Posts mit dem Label Natur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Natur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. März 2013

Into the wild 9; Vancouver Island

Wie kann man nur?

Vancouver Island liegt hinter uns. Nanaimo, Tofino, Victoria. Nanaimo als Harbor- City, Tofino als Surfers- Paradiese und Victoria so richtig britisch. Alle drei Städte haben einen beachtlichen Vorteil, die Natur. Das einzige, was also noch getan werden muss, um ein Paradies zu erschaffen, ist mit Bedacht zu bauen. Ausser Victoria ist dies absolut misslungen…
Nanaimo hat ungefähr so viele Einwohner wie Luzern (60'000 - also vor der Fusion), liegt wunderschön in einer Passage auf Vancouver Island und wird durch wunderschöne Inseln geschmückt. Perfekte Bedingungen für eine tolle Hafen- Stadt. Was ist also unmittelbar am Hafen ein absolutes Tabu? Hochhäuser, die sogar noch unsere neuen Türme auf der Allmend weit in den Schatten stellen! Einkaufszentren, die beinahe auseinander fallen und vor allem Pennern ein Zuhause bietet!  Fast- Food Ketten en masse! Quadratkilometerweise Industrie! Hätte man das den Bauherren aus Nanaimo doch vorher gesagt… Es hätte so wunderschön werden können…
Tofino hat nur etwas mehr als 1000 Einwohner und kann definitiv die schönste Natur aufweisen. Im Sommer tummeln sich Millionen von Touristen durch den kleinen Ort. Wenn man sich so kleine Städte an der Adria vorstellt, kann man die romantische Atmosphäre beinahe spüren. Schon alleine die vielen Touristen würde diese wohl zerstören, aber die absolut fehlende Ästhetik bei der Stadtplanung ist trotzdem schwer zu verzeihen. Jeder baut, wie er will. Da mal ein grüner Block aus Metall, daneben ein Oranger aus Holz und dazwischen eine beinahe in sich zusammenfallende Blechhütte, welche man farblich kaum definieren kann, da sie so verrostet ist. Kein Gebäude ist wirklich schön, aber in dieser Kombination sieht es oft grauenhaft aus. Zudem ist es so unglaublich lang gezogen, dass man teilweise zwischen den einzelnen Häusern hoffen muss, dass man sich nicht verirrt. Aber Tofino hat, und das muss definitiv gesagt sein, eine atemberaubende Landschaft.

Victoria hat ungefähr gleich viele Einwohner wie Nanaimo, ist die Hauptstadt des Staates British Columbia und macht vieles so unglaublich viel besser! Den britischen Charme merkt man sofort. Very british ist der Name, sind die Doppeldeckerbusse und ist auch die Architektur. Mit viel Liebe wurde die Innenstadt und die Strandpromenade aufeinander abgestimmt. Mit dem Miniaturmuseum, dem Undersea Garden und dem Wachsmuseum gibt es zudem noch „niedliche“ Ausflugsziele für den Kurzaufenthalt. Der einzige Ort, welcher ich der Stadt wegen wieder besuchen will!
Auf Bald!

Donnerstag, 28. Februar 2013

into the wild 9; Jasper, Kanada

Einzigartige Momente

Die meisten kennen den Drang, seine schönsten Momente mit allen Mitteln festzuhalten…. Wir stehen vor einem unglaublichen Panorama uns das erste, was wir tun- wir zücken die Kamera. Wir machen Bilder, von allen Winkeln und Perspektiven, wir filmen, wenn möglich jedes kleine Steinchen und jeden Grashalm. Wir stehen an einem der schönsten Orte unserer Welt und wir verkrampfen uns in den Gedanken, alles tun zu müssen, um das Ganze immer wieder geniessen zu können… Es wird nie wieder so sein wie in diesem einen Augenblick. Man wird die Wärme der Sonne, den eisigen Wind, das Kribbeln im Bauch… man wird es nicht mehr spüren. Wir haben jeden Tag unsere Kameras dabei, doch die ersten Minuten oder auch Stunden gehören uns. Wir erleben es, diese Momenten gehören uns zu diesem Zeitpunkt- und diese Momente werden wir nicht vergessen… niemals. 

Wir machen dann doch noch ein paar Fotos, weil wir diese Momente so gut es geht mit euch teilen wollen… später…

Die Natur in Jasper ist…. Man kann es kaum beschreiben, wenn man es nicht gesehen hat, nein falsch- wenn man nicht hier war. Die Bäume sind nicht grüner, die Rehe nicht weniger scheu und die Seen nicht blauer als jene in der Schweiz. Die glatte Oberfläche der Seen wird hie und da von einem Stein unterbrochen. Das kompakte Grün der Wälder hat teilweise Löcher von umgefallenen Bäumen. Die Tiere findet man nicht auf Knopfdruck. Es ist die Natur… es ist nicht perfekt. Es ist besser!

Es passt einfach alles zusammen… einzig der Mensch scheint das Gleichgewicht zerstören zu können. Er baut die Strassen, die Häuser, die Brücken… es ist sein naturell. Die Natur scheint sich damit abzufinden und macht, wie immer, das Beste draus. Wir hätten diese Wunder der Natur allerdings nie sehen können, wären da nicht diese Strassen und Brücken… wir entschuldigen uns bei der Natur und bedanken uns, dass sie uns duldet!



Morgen reisen wir ab. Schweren Herzens. Aber wir freuen uns auf Vancouver Island. Mit der Rückkehr in die Zivilisation werden die Texte wohl auch wieder von der Natur- Melancholie zurück in den Grosstadt- Zynismus zurückfinden.
Auf Bald!
Mirj & Adi

Sonntag, 24. Februar 2013

into the wild 8; Jasper, Kanada

...into the wild…

Es war ein Moment der Stille, ein Moment der Einsamkeit, ein Moment der Ewigkeit. Wir stiegen aus unserm gemieteten Auto, stiegen die von Menschen erbaute Treppe hinunter und waren endlich da, in der absoluten Natur. Die Stille war ohrenbetäubend. Wir waren die einzigen Menschen weit und breit. Selbst die Tiere getrauten sich nicht, diese absolute Stille zu durchbrechen. Sie dauerte einige Minuten an, ehe ein paar rebellische Vögel ihr Gezwitscher über den gefroren See pfiffen. Es störte allerdings nicht, es war natürlich, es passte einfach. Es war ein Moment des Glückes. 

Wir müssen zugeben, dass wir auch nicht erwartet haben, dass hier im Mai noch tiefster Winter herrscht. Doch hier sind die Wege oft noch meterhoch mit Schnee bedeckt und die Seen zugefroren. Die Temperaturen bewegen sich um den Nullpunkt. Es ist nicht die Zeit für Touristen. Es ist die Zeit des Aufwachens. 
Es tummeln sich nicht tausende von Menschen um die Seen, es stehen nicht tausende von Touristen Schlange um ihr Mittagessen an einer der Raststätten zu bekommen, die ohnehin noch geschlossen haben. Die Boote können die zugefrorenen Seen noch nicht befahren, die Touren finden noch nicht statt, weil einige Strassen nicht befahrbar sind. Was soll man also hier? Die Bäche fliessen noch nicht mit voller Kraft, die Tiere sind sich noch nicht sicher ob sie ihren Winterschlaf beenden sollen und die Bäume brauchen noch etwas Zeit um ihr kraftvolles Grün zu bekommen. Sie erwacht, die Natur und wir sind dabei und haben sie fast für uns alleine. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, hier zu sein! Es ist perfekt!

Jasper! Wir bleiben! (aber leider nur bis nächsten Dienstag, dann geht’s per Zug zurück nach Vancouver).
Auf Bald!